Kunst braucht kein Mensch

Heute gab es einen Bericht im Spiegel über Tablet-Kunst. Dort werden 6 Apps vorgestellt, die in irgendeiner Weise interaktiv reagieren und irgendetwas tun, wenn man irgendetwas tut. Angeregt wurde der Autor wohl durch einen „Kellerbesuch“ bei dem Blog „ISO 800“ von Fabian Mohr. Von dort wurden auch 2/3 der Apps genommen, die dann in einer Bilderserie vorgestellt werden. Interessant ist, daß Fabian Mohr in seinem Blog eigentlich darauf hinweisen möchte, daß es doch sinnvoll wäre, wenn im iTunes Store Rubriken wie Kunst oder Kultur eingeführt würden. Damit ist Kunst gemeint und nicht etwas eine Museums App oder ähnliches. Ja und dann sieht man in den Empfehlungskommentaren zu solchen Apps Aussagen, wie: „Braucht kein Mensch“.

Interessant, interessant. Ich denke auch, daß die Kunstwelt noch nicht über eine Phase des Ausprobierens solcher technischen Vehikel, wie das iPhone hinausgekommen ist. Führt dieses Geschehen nicht direkt zu einem Diskurs über Kunst und sein Sinn? Also: wenn eine solche technische App Kunst ist und dann mit der Aussage konfrontiert, daß sie keine Mensch brauche, so ist dies eine Aussage darüber, ob Kunst gebraucht wird. Wenn allerdings solche technischen Spielereien keine Kunst sind, sie aber dennoch als Kunst bezeichnet werden, dann stellt sich sowieso die Frage nach dem „Was-ist-Kunst?“. Damit sind wir bei zwei elementaren Fragen angekommen, nämlich „Was ist Kunst?“ und „Brauchen wir Kunst?“. Gestellt durch den Zusammenhang von Existenz solcher Apps, dem Bericht darüber und der geäußerten Reaktion. Erst dieser Zusammenhang läßt ein Setting entstehen, daß in die Kunst hineinreicht. Hier entsteht ein Wirkverhältnis von verschiedenen Kräften. Bewegung im Denken und Handeln. Konfrontation mit Neuem. Dieses Feld ist das interessante Arbeitsfeld in dieser Art von Medien. Nicht die technischen Möglichkeiten mit dem Ausschöpfen aller Einstellungen ist Arbeit an der Kunst, sondern die Wirkverhältnisse, das Zusammenspiel und Aufeinandertreffen von Handeln, denken und wirken. Sobald mir eine künstlerische Arbeit begegnet, die diese Zusammenhänge im Blick hat, werde ich sofort darüber berichten. Alles andere wird wohl in den Programmierstuben oder den Medienfakultäten hängen bleiben.

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